| Datum: | 2009-01-29 |
| Erschienen: | Haushaltsrede 2009 gehalten am 26.01.2009 |
| Autor: | Dr. Rüdiger Storch |
| Inhalt: | Haushaltsrede 2009 |
Haushaltsrede 2009
Rede von Bürgermeister Dr. Rüdiger Storch zur Einbringung des Haushaltes 2009 der Gemeinde Eitorf
--- es gilt das gesprochene Wort ---
Sehr geehrte Ratsmitglieder, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Was bringt uns das Jahr 2009? Wie wird es uns gehen? Das fragen sich fast alle Menschen in unserer Gemeinde und manche fassen gute Vorsätze.
Alle reden von der Krise. Auch bei uns ist die Krise angekommen. Und die Krise geht nicht spurlos an unserem Gemeindehaushalt vorüber. Wir müssen uns dem stellen. D.h. im Ergebnisplan weisen wir bei Erträgen von insgesamt rund 25,7 Mio. € und Aufwendungen von rund 30,5 Mio. € ein Defizit von rund 4,8 Mio. € aus, was durch die Ausgleichsrücklage aufgefangen wird.
Aus dem Finanzplan ergibt sich eine Liquiditätslücke für 2009 von rund 3,2 Mio. €. Da der Bestand an liquiden Mitteln zu Jahresbeginn bei rund 4 Mio. € lag, wird es auch in 2009 nur zur vorübergehenden Aufnahme von Kassenkrediten kommen.
Aus den Investitionen ergibt sich eine Kreditaufnahme 2009 von 1 Mio. €. Gleichzeitig sind Tilgungsleistungen für Altdarlehen ebenfalls in Höhe von 1 Mio. € vorgesehen. Insgesamt, d.h. sowohl im Bereich Kredite für Investitionen als auch im Bereich Kassenkredite, ist in 2009 keine Nettoneuverschuldung der Gemeinde Eitorf vorgesehen.
Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es notwendig, die in Eitorf ansässigen Betriebe nicht noch weiter zu belasten. Nicht zuletzt aus diesem Grund halten wir die Steuersätze stabil. Das heißt, es bleibt bei den bekannten Sätzen 230 % für die Grundsteuer A, 400 % für die Grundsteuer B und 420 % für die Gewerbesteuer. Bei uns in Eitorf finden die Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen vor. Und das muss auch zukünftig so bleiben!
Eingangs sprach ich davon, dass so mancher in unserer Gemeinde gute Vorsätze fasst. Ein guter Vorsatz von uns allen sollte sein, allen Untergangspropheten ihre Vorhersagen zu vermasseln; wir wollen uns vornehmen, eben nicht auch noch den Pinsel der Schwarzmaler zu schwenken, den Menschen die Laune zu verderben und den Mut zu nehmen, den man gerade in schweren Zeiten braucht.
Wenn 50 Prozent der Wirtschaft Psychologie sind, wie der Vater des Wirtschaftswunders Ludwig Erhard gesagt haben soll, dann müssen wir mit Elan daran gehen, die Krise zu überwinden und die Chancen nutzen. Die Chance der Krise ist die Erkenntnis, dass sich mit Zocken nicht mal eben so nebenbei und dabei noch sicher ein schneller Euro machen lässt, dass sich nicht einfach mit Geld Geld verdienen lässt. Jetzt sollte klar sein, dass es so nicht geht, sondern nur mit klarem Köpfchen, mit guten Ideen und handfester Arbeit. Das ist übrigens das, was die Deutschen einmal richtig gekonnt haben, bevor ihnen von gutmeinenden Stimmen erzählt wurde, dass der Staat für sie sorgt, und noch andere fabuliert haben, dass man mit weniger Arbeit mehr verdienen kann.
Arbeit in den Schulen, mehr Bildung gehört zum Wichtigsten, was dieses Land in den kommenden Jahren leisten muss. Wir in Eitorf leisten unseren Beitrag. Mit den mutigen Beschlüssen zum Bau des Naturwissenschaftlichen Zentrums handeln wir in diesem Sinne. Dieser Beschluss und die vorgesehene Errichtung des Anbaus an unserem Siegtalgymnasium schafft genau das für den Lernerfolg unserer Schüler nötige Umfeld. Weitere Umbauarbeiten sind in unserer Hauptschule vorgesehen. Auch hier soll die Raumsituation insbesondere für unsere Schüler weiter verbessert werden, um moderne pädagogische Konzepte umsetzen zu können. Und wirtschaftlich gesehen handeln wir mit diesen Bauvorhaben antizyklisch, so wie es die wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbücher eigentlich vorsehen.
Es gibt bisweilen Kritik an denjenigen wirtschaftstheoretischen Ansätzen, die in Krisenzeiten eine Staatsverschuldung für staatliche Investitionen propagieren. Begründung: Der Staat laufe so immer weiter in die Schuldenfalle. Richtig und falsch zugleich: Leider müssen wir einerseits in der Tat feststellen, dass die Öffentliche Hand in Deutschland immer höhere Schuldenberge auftürmt. Andererseits sieht die Lehrbuchmeinung etwas anderes als das Auftürmen von Schuldenbergen vor.
In wirtschaftlich besseren Zeiten müssen die Schulden auch wieder zurückgeführt werden! (Um eben nicht die zitierten Schuldenberge anzuhäufen!) Wir in Eitorf haben das Zurückzahlen von Schulden in den letzten Jahren, nicht zuletzt auch aufgrund insgesamt kluger und vorausschauender Beschlüsse hier im Rat, mit Erfolg praktiziert. Von Ende 2004 bis Ende 2008 haben wir die langfristigen Schulden um ca. 1,7 Mio. € zurückgeführt, die kurzfristigen Schulden (Kassenkredite) vollständig getilgt und starten in 2009 sogar mit einem Liquiditätspolster von rund 4 Mio. €. Wenn wir uns fest vornehmen, in kommenden wirtschaftlich wieder besseren Zeiten ebenso zu verfahren, dann halte ich jetzt zum Abwenden der Krise höhere Ausgaben als Einnahmen für vertretbar.
Zurück zum angesprochenen Bereich Jugend und Bildung. Hier setzen wir als Gemeinde Eitorf ganz bewusst unseren Schwerpunkt. Dies geht deutlich aus dem hier vorgestellten Haushaltsentwurf hervor:
In einigen Tagen nehmen wir unser neues Jugendzentrum in Betrieb. Solch ein Neubau bringt natürlich Abschreibungen mit sich, die gedeckt sein wollen. Weiterhin fallen Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten an. Über die Einstellung zusätzlichen Personals ist noch nicht entschieden.
Aufgrund einer inzwischen sehr erfreulichen Inanspruchnahme der Offenen Ganztagsschule müssen auch hier zusätzliche Aufwendungen, wie zum Beispiel der Ausbau der Küche, getätigt werden. Die Aufwendungen für die OGS steigen von rund 227 T € in 2008 auf nun 282 T €. Über zusätzliche Gebühren kann ein Teil der Mehrkosten aufgefangen werden, das Defizit steigt dennoch auf nun rund 100 T €. Auch an anderen Eitorfer Schulen ist die Mittags- bzw. die über den Mittag hinausgehende Betreuung ein Thema, so die Einrichtung einer Küche an der Grundschule Harmonie oder das erstmalige Angebot eines Mittagessens am Gymnasium.
Der bereits angesprochene Bau eines Naturwissenschaftlichen Zentrums am Gymnasium strapaziert den Finanzplan bzw. das Investitionsprogramm der Gemeinde bis an seine Grenzen. Zu berücksichtigen sind zudem jährliche Folgekosten in sechsstelliger Höhe.
Zum Bereich Jugend gehört auch die Jugendamtsumlage. Zum letztjährigen Haushalt 2008 sind die letzten großen Nettozahler aus dem Verbund des Kreisjugendamtes ausgestiegen. Die Finanzierungsstruktur verschiebt sich daher erheblich; die verbliebenen Kommunen müssen den Anteil der ausgestiegenen Städte nun mit übernehmen. Eitorf ist zwar nach wie vor der größte Nettoempfänger im Kreisjugendamt, hat gegenüber dem Jahr 2008 dennoch eine um ungefähr 570 T € höhere Umlage an den Rhein-Sieg-Kreis zu zahlen.
Auch wenn an den Energiemärkten derzeit eine gewisse Entspannung eingetreten ist, erscheint mir diese Ruhe trügerisch. Was das Thema Energie angeht, sollten wir uns auf zukünftige Knappheiten und Preissteigerungen vorbereiten. Aus diesem Grunde ist in das Investitionsprogramm ein Betrag von 100 T € für die Ausführung einer alternativen Heizungsanlage im Naturwissenschaftlichen Zentrum aufgenommen worden. Weiterhin sehe ich Potenzial auf den Dächern unserer Schulen und unseres Schwimmbades: Hier ist Platz für Solarthermie- und/oder Photovoltaikanlagen. Inwieweit dieses Potenzial für uns nutzbar ist, werden wir prüfen. Wünschenswert für Eitorf ist die energetische Nutzung von Holz. Ein privates Projekt zur Verflüssigung von Holz zu Treibstoff befindet sich im Planungsstadium. Als Nebenprodukt bei diesem der Kohleverflüssigung ähnlichen Verfahren fällt Wärme an, die über ein Nah- bzw. Fernwärmenetz nutzbar wäre.
Außer dem Projekt Naturwissenschaftliches Zentrum haben wir weitere Investitionen vorgesehen, wie z.B. den Neubau des Kunstrasenplatzes in Eitorf. Von den Beschlüssen der Prioritätenliste wurde im hier vorgelegten Haushaltsentwurf geringfügig abgewichen. Diese Abweichungen betreffen einige Investitionen in den Jahren 2011 und 2012. Hier wurde in Anpassung an neue Erkenntnisse eine zeitlich geänderte Veranschlagung vorgenommen. Betroffen sind zum Beispiel die Erweiterung des Friedhofes Alzenbach, die Beschaffung von Digitalfunkgeräten für die Feuerwehr oder die Ersteinrichtung der ehemaligen naturwissenschaftlichen Räume im Gymnasium nach dem Umbau.
Aufgrund dieser Eingriffe ist es möglich, im gesamten Planungszeitraum ohne eine Nettokreditaufnahme für Investitionen auszukommen. Allerdings bietet dieses Investitionsprogramm nun keinerlei Spielraum mehr für zusätzliche Maßnahmen.
Auch hinter der „Regionale 2010“, einem weiteren für unsere Entwicklung wichtigen Projekt, verbergen sich Investitionsvorhaben. Hierauf werde ich noch gesondert eingehen. Um bei all diesen Aufwendungen dennoch kein Haushaltssicherungskonzept aufstellen zu müssen, bedarf es besonderer Maßnahmen zum Haushaltsausgleich:
Die Schulpauschale wird zum großen Teil dem Ergebnishaushalt zugeführt. Diese Maßnahme belastet zwar die Refinanzierung von Investitionen, ist jedoch zugunsten der Finanzierung von Sanierungen im Schulbereich notwendig. Ob und inwieweit sich hier im Hinblick auf das „Konjunkturpaket 2“ der Bundesregierung noch Verschiebungen ergeben, bleibt abzuwarten.
Um das Defizit des „Hermann-Weber-Bades“ einzugrenzen, wurde ein umfangreicher Maßnahmenkatalog erarbeitet und inzwischen von den Gremien beschlossen. Die Umsetzung wurde begonnen, die Besucherzahlen entwickeln sich positiv. Mehreinnahmen bei den Nutzungsgebühren zeichnen sich ab.
In Arbeit ist derzeit noch ein Konzept zum künftigen Umgang mit dem gemeindlichen Gebäudebestand. Um vor allem kostenträchtige Sanierungen zu umgehen, wird die Verwaltung vorschlagen, sich von weiteren Objekten zu trennen. Im Laufe des Jahres sollen die Gremien hiermit befasst werden.
Nach wie vor sind Mitarbeiter des Gemeindesozialamtes intensiv damit beschäftigt, Bürger der Gemeinde Eitorf in feste Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln; unabhängig von den Bemühungen der Arbeitsagentur. Eitorf hat hier sehr erfreuliche Zahlen vorzuweisen, die mittelbar dazu führen, dass die zu zahlenden Soziallasten nicht noch weiter steigen.
Da all diese Maßnahmen nicht ausreichen, um ein Haushaltssicherungskonzept zu vermeiden, soll in 2009 einmalig auf erwirtschaftete Überschüsse des Entsorgungsbetriebs zurückgegriffen werden. Es ist eine zusätzliche Gewinnabführung von rund 400 T € vorgesehen.
Das zentrale Investitionspaket der folgenden Jahre ist mit dem Begriff „Regionale 2010“ angesprochen. Für die strukturelle Entwicklung Eitorfs wird dabei die Umsetzung der Teilmaßnahme „Sprung an die Sieg“ entscheidend sein. Dabei stellt sich die Frage, ob und wie weit private Investoren für das Projekt begeistert werden können.
Gesamtperspektive / Entwicklung Eitorfs
Im Oktober 2006 wurde der Endbericht des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) Siegtal vorgestellt. Die Kommunen Eitorf, Windeck und Hennef haben damit erstmals eine gemeinsame Grundlage für die gezielte Einflussnahme auf die Sicherung und Entwicklung des ländlichen Raumes als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum geschaffen und sich auf eine gemeinsame Strategie für die nächsten fünf bis zehn Jahre geeinigt.
Einer Empfehlung des ILEK-Endberichtes folgend, wurden gemeinsame Inhalte unter dem Arbeitstitel „Naturerlebnistourismus im Siegtal“ zusammengefasst und in der „Gesamtperspektive“ konkretisiert. Nach Abstimmung im Projektkonsortium (die vorgenannten „ILEK“-Kommunen und der Rhein-Sieg-Kreis) wurde die Bewerbung als Regionale 2010 Projekt fristgerecht zum 31.12.2006 bei der Regionale 2010-Agentur eingereicht. Das Bewerbungs- und Qualifizierungsverfahren unter Begleitung von arbos-Landschaftsarchitekten war überzeugend, so dass die Auszeichnung (A-Labelung) unseres Regionale-Projektes am 27.10.2008 in Köln durch Herrn Minister Oliver Wittke erfolgte.
Die Leitidee der Gesamtperspektive ist die Aufwertung und Entwicklung der vorhandenen naturräumlichen und kulturellen Besonderheiten innerhalb der Lupenräume, den sogenannten „Schleifen quer zur Sieg“. In jeder Kommune wurden hierzu zwei Bausteine – „Kulturlandschaftsschleifen“ – benannt. In Eitorf sind dies die Kulturlandschaftsschleife Merten-Süchterscheid und Eitorf – Sprung an die Sieg.
Verbindendes Element der verschiedenen Regionaleprojekte ist der Familienfreundliche Siegtalradweg. Dazu wurde im letzten Jahr eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Rhein-Sieg-Kreis und der Gemeinde Eitorf geschlossen; der Kreis ist nunmehr der Maßnahmenträger. Auf Eitorfer Gebiet sind folgende Bausteine vorgesehen: der Lückenschluss Eitorf-Kelters und der Lückenschluss Eitorf-Schmelze.
Gemeindewerke
Die Wirtschaftspläne der Gemeindewerke wurden bereits am 27.11.2008 im Betriebsausschuss vorberaten und einstimmig in der Ratssitzung am 10.12.2008 beschlossen. Wie in den Vorjahren werden die Werke auch in 2009 wieder in erheblichem Umfang in ihr Vermögen investieren. Neben Neubau- und Erneuerungsmaßnahmen im Wasserleitungsnetz sind auch wieder umfassende Investitionen in Abwasserkanalbau und -erneuerung geplant. Insgesamt sehen die Werke Investitionen von knapp 5,7 Mio. € vor.
Erfreulich ist dabei, dass das erhebliche Investitionsvolumen in beiden Betrieben ohne Gebührenerhöhungen umgesetzt werden kann. Das heißt – auch in 2009 bleiben trotz Kostensteigerungen in allen Lebensbereichen sowohl die Wassergrundgebühren und Wasserverbrauchgebühren als auch Abwassergebühren stabil! Gleiches gilt auch für das seit Jahren gleich bleibende Beitragsniveau in beiden Betrieben.
In diesem Zusammenhang darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werke neben den Investitionsmaßnahmen in diesem Jahr noch ein weiteres Großprojekt stemmen müssen: Wie bekannt, ist auch in Eitorf nach dem OVG-Urteil vom 18.12.2007 die Berechnung der das Niederschlagswasser betreffenden Abwassergebühren vom Frischwassermaßstab auf den Flächenmaßstab umzustellen.
Versorgungsbetrieb
Gegenüber dem Vorjahr rechnet die Betriebsleitung für 2009 nur mit einem marginalen Gewinn, faktisch einer „schwarzen Null“. Gegenüber 2008 höhere Aufwandsprognosen, insbesondere in den Bereichen Materialaufwand, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Personal, können durch die höheren Umsatzerlöse und aktivierten Eigenleistungen nicht im erforderlichen Maße ausgeglichen werden. Per Saldo ergibt sich nur ein prognostizierter Jahresgewinn von 250 €. Dieser liegt dabei nach Vorjahresbereinigung ungefähr auf Höhe des Jahres 2008.
Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ist es auch in 2009 wieder nötig, das teils stark überalterte Wasserleitungsnetz nach und nach zu erneuern. In verschiedenen Ortsteilen haben die Werke vermehrt mit Rohrbrüchen und Beeinträchtigungen der Wasserqualität durch Braunfärbungen zu kämpfen. Rohrbruchbeseitigung und dauernde Netzspülungen schaffen hier zwar Abhilfe – aber immer nur kurzfristig – und können vom wirtschaftlichen Standpunkt her keine geeignete Dauerlösung sein.
Vor diesem Hintergrund sieht der Vermögensplan des Versorgungsbetriebes für 2009 Gesamtinvestitionen von rund 985 T € vor, von denen 765 T € für Netzsanierungen und -erneuerungen und rund 200 T € für den Leitungsneubau zur Verfügung stehen. Als Einzelmaßnahmen hervorzuheben sind dabei insbesondere die Leitungserneuerung auf der südlichen Seite der Bahnhofstraße, der Kelterser und der Probacher Straße, sowie die Erneuerung im Ortsteil Hönscheid. Daneben werden erste Maßnahmen getroffen, die südlichen Gemeindegebiete an die geplante neue Versorgungsleitung des Wahnbachtalsperrenverbandes anzubinden.
Erneuerungen werden auch in Zukunft einen erheblichen Anteil der Investitionen ausmachen. Dabei wird der Betrieb weiterhin alles daran setzen, Maßnahmen möglichst Gebühren verträglich abzuarbeiten. Um dies umsetzen zu können, wird jedoch auch weiterhin eine Grundvoraussetzung sein, die Wasserversorgung von zusätzlichen Belastungen auszunehmen (Stichwort: Konzessionsabgabe)!
Entsorgungsbetrieb
Gegenüber dem Vorjahr weist der Erfolgsplan des Entsorgungsbetriebes für 2009 höhere Aufwendungen bei geringeren Erträgen aus. Per Saldo ergibt sich dennoch ein prognostizierter Jahresgewinn, nämlich knapp 113 T € (Vorjahr: rund 239 T €).
Wie bereits erwähnt, lässt sich dieses Ergebnis trotz der immensen Investitionen ohne eine Gebührenerhöhung erzielen, so dass auch für 2009 eine Abführung von Eigenkapitalzinsen an den Gemeindehaushalt wahrscheinlich ist.
Im Vermögensplan sieht der Entsorgungsbetrieb Gesamtinvestitionen von rund 4,7 Mio. € vor. Die größte Teilsumme entfällt dabei auf das Kanalnetz. Hier sind alleine rund 2,6 Mio. € für die planmäßige Weiterführung des Entlastungssammlers in der L 333 bis zum Bahnhof vorgesehen. Diese Maßnahme ist eine Konsequenz aus dem erstellten Generalentwässerungsplan. Neuralgische Punkte im bestehenden Kanalnetz sollen damit beseitigt werden; dies u.a. auch vor dem Hintergrund der Starkregenereignisse in Eitorf in den letzten Jahren. In diesem Zusammenhang sind wir alle aufgerufen, bei den Eitorfer Bürgerinnen und Bürgern um Verständnis für diese oftmals mit Behinderungen einhergehende Großmaßnahme zu werben.
Die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem erarbeiteten Regenwasserbehandlungskonzept werden weiter geführt. Auch die Fortführung von Kanalsanierungen und der Beginn von Fremdwassersanierungsarbeiten sowie Dichtheitsprüfungen an Hausanschlüssen stehen auf dem Programm. Selbstverständlich wird auch der Entsorgungsbetrieb alles daran setzen, die anstehenden Maßnahmen möglichst preiswert, d.h. gebührenverträglich umzusetzen.
Personal
Alle die von mir beschriebenen Maßnahmen wollen umgesetzt sein. Ermöglicht wird dies durch unser Personal. Meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sage ich an dieser Stelle Dank und spreche meine ausdrückliche Anerkennung aus für die bislang geleistete Arbeit und das beherzte Angehen der vor uns liegenden Aufgaben. Ich bin mir bewusst, welchen Belastungen unser Personal angesichts einer ständigen Zunahme der Aufgaben ausgesetzt ist. Hier gilt es sorgsam zu registrieren, dass die Belastungsgrenze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreicht bzw. teilweise schon überschritten ist.
Der Teilergebnishaushalt „Personalbetreuung“ (ohne innere Leistungsverrechnungen) sieht von 2008 zu 2009 eine Steigerung von lediglich 1,73 % vor (Planzahlen). Dabei berücksichtigt sind die Tarifabschlüsse aus dem Jahre 2008 für die tariflich Beschäftigten jetzt erstmals in voller Höhe mit rd. 5,1 % sowie für 2009 mit rd. 3 %. Die Erhöhung der Beamtenbesoldung aus 2008 ist jetzt ebenfalls erstmals in voller Höhe mit 2,9 % und für 2009 mit 3,0 % für ein halbes Jahr eingerechnet.
Die Entwicklung der Planstellen ist gegenüber dem Planansatz 2008 um 0,28 Stellen leicht rückläufig. Und das gilt, obwohl für die Bereiche Stadtplanung, Jugend und Offene Ganztagsschule zusätzliche Stellen in 2009 vorgesehen sind. Vor dem Hintergrund neu anstehender Aufgaben (beim Entwicklungsprojekt „Regionale 2010“ – Sprung an die Sieg – Stadtplanung) und Aufgabenerweiterungen (die OGTS wächst voraussichtlich auf 120 Schüler; das erfordert eine weitere Gruppe) halte ich dies für notwendig.
Auf der anderen Seite konnten durch organisatorische Maßnahmen Stellen in der Verwaltung reduziert werden sowie die personalwirtschaftlichen Veränderungen im Hermann-Weber-Bad aufgrund des vom Rat beschlossenen neuen Konzeptes bereits in 2008 umgesetzt werden. So leistet der Personalhaushalt einen Beitrag zur Konsolidierung des Gesamthaushaltes. Es ist eine schwierige Gratwanderung, neues bzw. zusätzliches Personal für wichtige Zukunftsaufgaben (Stadtplanung; Kinder/Jugend) einzustellen, ohne dabei die vielfältigen anderen gesetzlichen Aufgabenfelder zu vernachlässigen. Allerdings bin ich zuversichtlich, dass dies mit der guten und engagierten Mannschaft hier im Rathaus weiterhin gelingen wird.
Das bürgerschaftliche Engagement in Eitorf werte ich bei der weiteren Entwicklung unserer Gemeinde als weiteren gewichtigen Aktivposten. Hier ist dann auch Gelegenheit, allen Mitmenschen, die sich in kleinerem oder größerem Maße um unser Gemeinwohl bemühen, herzlichst Dank zu sagen. Ohne die vielen Aktiven in Hilfsorganisationen, Vereinen, Naturschutzverbänden, ohne auch die vielen helfend zupackenden Einzelpersonen stünden wir in Eitorf nicht so – vergleichsweise – gut da. Diese ehrenamtlich geleistete Hilfe gegenüber Mitmenschen, bzw. zur Erhaltung der Natur kann gar nicht hoch genug bewertet werden. In diesem Zusammenhang möchte ich auch die Beiträge unserer Bürgerinnen und Bürger für das Eitorfer Kulturleben hervorheben: In vielen Gesangs- oder Musikvereinen wird eine ganz hervorragende Arbeit geleistet. Davon kann sich jeder von uns in den zahlreichen Konzerten überzeugen. Nochmals: meinen aufrichtigen Dank Ihnen allen für Ihren Einsatz in unserer liebenswerten Gemeinde Eitorf!
Zum Bürgerschaftlichen Engagement zu zählen sind auch die beiden in Eitorf beheimateten Stiftungen, nämlich die Hermann-Weber-Stiftung und die im letzten Jahr gegründete Eitorf Stiftung. Allen sich hier einbringenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern sei ebenfalls herzlich gedankt!
Zum guten Schluss: Es gibt Licht am Ende des Krisentunnels. Die Talsohle ist nach Expertenmeinung in Sicht. Danach geht es wieder aufwärts. In der jüngsten Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigten sich die 300 befragten Analysten und institutionelle Anleger sogar überraschend zuversichtlich. "Die Finanzanalysten teilen den Optimismus neuerer Konjunkturprognosen, dass sich ab Mitte dieses Jahres die Konjunkturperspektiven wieder aufzuhellen beginnen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.
Geben wir dem hier aufgestellten Haushaltsentwurf unsere breite Zustimmung, um so die erwartete konjunkturelle Erholung bei uns in Eitorf zu befördern.
--- Dr. Rüdiger Storch ---
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