| Datum: | 30.06.2006 |
| Erschienen: | Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf |
| Autor: | FDP–Ortsverband Eitorf |
| Inhalt: | Schulpolitik |
Schulpolitik
Liebe Eitorfer,
in dritter und letzter Lesung hat der Düsseldorfer Landtag am 22. Juni 2006 mit den Stimmen der schwarz–gelben Koalition das neue Schulgesetz verabschiedet. Ralf Witzel, Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer, betonte, das Gesetz sei eine "Totalrevision alter rot–grüner Ansätze". Damit leite die Koalition ein neues "Bildungszeitalter" im Land ein. Mehr Leistung, mehr Wettbewerb, mehr Disziplin und bessere Perspektiven sind das Leitbild unseres neuen Schulgesetzes. "Mit dem neuen Schulgesetz schaffen wir echte Chancengerechtigkeit. Die Zeiten, in denen das Portemonnaie der Eltern über den Bildungserfolg der Kinder bestimmt hat, sind vorbei", hob die bildungspolitische Sprecherin der FDP–Fraktion, Ingrid Pieper–von Heiden, hervor.
In diesem Zusammenhang will die FDP–Fraktion im Düsseldorfer Landtag den nordrhein–westfälischen Schulen auch die Entscheidung über die Einführung von einheitlicher Schulkleidung ermöglichen. "Eine landesweite Vorgabe lehnen wir ab", erklärte Pieper–von Heiden. "Aber wenn sich Schulkonferenzen für eine Schuluniform aussprechen, wenn Eltern, Schüler und Lehrer dafür sind, spricht nichts dagegen." Vor Ort könnten die Vorteile einheitlicher Schulkleidung am Besten beurteilt werden.
Auch an uns hier in Eitorf werden immer mehr Klagen von Eltern über den Konsumdruck herangetragen, der heutzutage bei Schülern den ohnehin vorhandenen Stress noch verstärkt. Wer etwas gelten will, muss Markenkleidung tragen, ob er es sich leisten kann oder nicht. So wurde uns berichtet, dass Mütter nachgemachte Marken–Logos auf preiswertere Kleidung nähen, um ihren Kindern den Spott der Mitschüler zu ersparen. Ein ebenso häufig anzutreffendes Argument ist auch, damit der "Bauchnabelfrei–Mode" entgegenzuwirken. Diese Probleme kann man nicht durch immer stärkere finanzielle Unterstützung beheben, hier müssen andere Lösungen her.
Wir als Eitorfer FDP sehen im Tragen einheitlicher Schulkleidung (keine Schuluniform, sondern z.B. gleiche T–Shirts, Polo–Shirts und Sweatshirts) neben der Bekämpfung der genannten Probleme auch eine Möglichkeit, die vorhandenen Schulen bei uns im Ort zu stärken.
Ähnliche Projekte werden derzeit an vielen Schulen gestartet, und es gibt durchweg positive Erfahrungen, z.B. Stärkung des Zusammenhalts, wachsendes Gruppengefühl, bessere Integration neu hinzukommender Schüler, Reduzierung des "Modenschau–Phänomens", konzentriertere Arbeit in den Klassen, weniger Probleme untereinander, besseres Sozialklima.
Auch fühlen sich die Schüler nach eigenem Bekunden in einheitlichen Pullis wohl, und Schulen mit Schulkleidung haben Anfragen von Eltern, die sogar eine größere Anfahrt in Kauf nehmen, um ihre Kinder zu dieser Schule zu bringen.
Da uns das Thema am Herzen liegt, hat die FDP–Fraktion noch vor der Sommerpause beantragt, dass sich Verwaltung und Rat mit diesem Thema auseinander setzen und gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Schülern nach einer Lösung suchen. Von einer öffentlichen Diskussion erhoffen wir uns Unterstützung für die Schulen, die allein die Entscheidung über einheitliche Schulkleidung treffen können.
Ihre FDP Eitorf
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