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Artikel
Datum:27.01.2006
Erschienen:Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf
Autor:FDP–Ortsverband Eitorf
Inhalt:GLOBUS–Nachfolge/Fachmarktzentrum



GLOBUS–Nachfolge/Fachmarktzentrum

Liebe Eitorfer,

keine Widerstände, sondern Zuspruch scheint es zu geben für den Bauantrag der Architekten Juhr und Strang, die am 12.01.2006 in der öffentlichen Planvorstellung im Rahmen der Bürgerbeteiligung vor ca. 40 anwesenden Bürgern im Ratssaal ihre Pläne für den Umbau des ehemaligen GLOBUS–Gebäudes vorstellten. 2000 qm Vollsortiment Verkaufsfläche für die Firma PETZ sollen im Erdgeschoss geschaffen werden, einschließlich eines kleinen Bistro–Wintergartens, und die in Zukunft 120 Parkplätze auf dem Dach und im jetzigen Keller sollen größer und besser befahrbar sein. Für die Zufahrt ist auf der Nordseite eine Rampe geplant, über die man beide Parkflächen erreichen und anschließend sowohl in Richtung Brückenstraße als auch, wie bisher, in Richtung Gartenstraße verlassen kann. Eine zusätzliche Lärmbelästigung der angrenzenden Schule ist gemäß dem vorliegenden Umweltverträglichkeitsgutachten ausgeschlossen, Probleme mit der Verkehrsführung erwartet die Gemeindeverwaltung nicht. Der Anregung von Gerhard Kasper, Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule, die sieben Meter hohe Rampe zum Schulgelände hin zu begrünen, wollen die Architekten gerne folgen. Auch sagten sie eine ansprechendere Außengestaltung des Gebäudes in Absprache mit der Gemeinde zu; eine grundsätzliche Veränderung der Fassade, wie von vielen Eitorfern gewünscht, ist mit den verfügbaren Mitteln aber nicht möglich und auch nicht eingeplant.
Bis Ende Januar haben nun noch die Träger öffentlicher Belange Gelegenheit, Bedenken schriftlich vorzulegen. Danach könnte im APV am 06.02.2006 ein Offenlegungsbeschluss gefasst werden und Mitte März das Anhörungsverfahren abgeschlossen sein, erläuterte Friedhelm Weber, der Leiter des Eitorfer Bauamts, das weitere Vorgehen. Der APV am 21. März könnte dann der Änderung des Bebauungsplans zustimmen. Wenn, ja wenn sich bis dahin nicht jemand mit völlig neuen, bisher nicht genannten Argumenten dagegen ausspricht.

Erste Informationsveranstaltung der Gemeinde zum Sachstand GLOBUS–Nachfolge/Fachmarktzentrum

Bei der Ratssitzung am 05. Dezember 2005 hatten CDU und SPD zuerst eine baldige Bürgerversammlung zu verhindern versucht, die Bürgermeister, FDP und Grüne forderten. Unter dem Druck der anwesenden Bürger besannen sich die großen Parteien in einer Sitzungsunterbrechung dann doch noch eines Besseren.
Die daraufhin beschlossene Versammlung fand nun mit über 300 Einwohnern am letzten Mittwoch im Bürgerzentrum statt; und der Verlauf machte allen Anwesenden deutlich, warum die großen Parteien sie lieber verhindert hätten. Weder dem CDU–Fraktionsvorsitzenden Michael Diwo noch seinem SPD–Kollegen Dietmar Tendler gelang es, auch nur einen Zuhörer von ihrer Position zu überzeugen, und die Fragen und Kommentare zu ihren Aussagen nahmen im Laufe des Abends an Schärfe zu. Trotzdem bleiben CDU und SPD dabei, ihre Entscheidung erst nach Abschluss des Gutachtens zu treffen.
Anders Bürgermeister Dr. Rüdiger Storch, der zur Einführung den Sachstand darstellte und unter wiederholt starkem Beifall seine Auffassung deutlich machte: Er ist gegen das Fachmarktzentrum und kann sich eine Ablehnung des entsprechenden Bauantrages schon vor Abschluss des Gutachtens vorstellen. Er geht davon aus, dass das Ergebnis nur pro PETZ ausfallen kann, will aber die Gutachtenergebnisse für die weitere Gemeindeplanung verwerten.
Gutachter Schmidt–Illguth, wohl derjenige im Raum, der sich mit Einkaufsstrukturen am besten auskennt und über reiche Erfahrungen aus anderen Städten und Gemeinden verfügt, wurde zwar von einigen im Publikum bei seinem Eingangsvortrag gestört, kam aber im Laufe des Abends doch noch mehrfach zu Wort. Er erklärte auch, dass das von ihm erstellte Gutachten durchaus als erster Teil einer weit aufwändigeren Fortschreibung des Zentren– und Einzelhandelskonzepts genutzt werden kann – falls irgendwann einmal größere Summen an Fördergeldern der öffentlichen Hand hierfür verfügbar sind. Die Genehmigung von Geldern für solch umfangreiche Gutachten ist nach seiner Einschätzung jedoch sehr langwierig, und die wenigsten Anträge werden derzeit genehmigt.
Entscheidungsfähige Ergebnisse seines Gutachtens lägen rechtzeitig zur APV–Sitzung am 21. März 2006 vor, sagte er zu.
FDP–Fraktionsvorsitzender Bernhard Jäckel bekannte sich unter dem Beifall des Publikums eindeutig zur GLOBUS–Nachfolge. Schon jetzt sei zu spüren, dass es seit Schließung des GLOBUS im Ortskern ruhiger geworden ist, was sich nach und nach auch auf die anderen Geschäfte auswirken werde. Für ein neues Fachmarktzentrum im Auel dagegen sieht er angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung in Eitorf keinen Bedarf. Besser solle man versuchen, dieses Gelände für Industrieansiedlung zu nutzen. Er könne sich vorstellen, den Antrag der HBB bereits in der nächsten APV–Sitzung am 06. Februar 2006 abzulehnen.
Erst bei dieser Veranstaltung haben die beiden großen Parteien wohl erkannt, dass sie zwar eine Ratsmehrheit haben, aber in der Angelegenheit Fachmarktzentrum/GLOBUS – in inzwischen bekannter Einmütigkeit – offensichtlich die Bedürfnisse und Wünsche der Bevölkerung völlig falsch eingeschätzt haben. Oder gibt es doch noch andere Gründe für dieses unverständliche Verhalten, die niemand zu äußern wagt? Interessant ist ja schon, dass sich bisher niemand öffentlich zum Fachmarktzentrum bekannt hat.

Ihre FDP Eitorf



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