Ortsverband Eitorf   Home    Archiv    Archiv 2005    Artikel 2005-08-12_b
Artikel
Datum:12.08.2005
Erschienen:Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf
Autor:FDP–Ortsverband Eitorf
Inhalt:Lambsdorff: Korruption und Raffgier Einhalt gebieten



Lambsdorff: Korruption und Raffgier Einhalt gebieten

Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich–Naumann–Stiftung und FDP–Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff hat in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung "Die Welt" am 08. August Korruption und Raffgier von Unternehmensspitzen und Funktionären angeprangert. Aktuelle Fälle von Schleichwerbung, Schmiergelder und Unterschlagung würden zeigen, dass sich "elitäre Grüppchen von Prinzipientreue und Ethik" verabschiedet hätten. Lambsdorff hält "ethisch fundierte Kontrolle durch die Unternehmensgremien, durch Medien und Öffentlichkeit" für die Waffen, mit denen man den Missständen zu Leibe rücken müsse.
Hier einige Ausschnitte aus dem Artikel:
"Jahrzehntelang haben wir uns über ganz ferne und uns fremde Staaten entrüstet. Dort ging es nach unserem hoch entwickelten Selbstverständnis drunter und drüber. Es wurde gemauschelt und bestochen, was das Zeug hielt. Deutsche Manager, Journalisten oder Sportler galten, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, als sauber. Die Zeiten sind offenbar vorbei."
"Da gibt es Schleichwerbung, Schmiergelder und Unterschlagung im Öffentlich–Rechtlichen (Sport)–Fernsehen. Betriebsräte werden über Beihilfen zum vermeintlich guten Leben auch für Ehefrauen/–männer bei Laune gehalten. Andere gründen Scheinfirmen zwecks Abzocke des eigenen Hauptarbeitgebers durch das gehobene Management."
"Es gibt ein Strafrecht und ein Aktiengesetz, aber kein Patentrezept für die Unternehmenskontrolle. Um so entscheidender ist die konsequente Anwendung von Unternehmensgrundsätzen: Ethische Überzeugung und Dienst an der Sache müssen bei Unternehmenslenkern wieder leitendes Kriterium bei Auswahl und Handeln werden. Prinzipientreue und Wissen um gesellschaftliche Verantwortung müssen wieder in die Köpfe, in denen zur Zeit lediglich Quartalszahlen geduldet werden. Das heißt natürlich nicht, jeden Monat neue Codes–of–Conduct ("Verhaltensregelungen" – der Verfasser) durch die Unternehmen zu jagen, sondern allgemeinverbindliche, stabile Regeln für alle Mitarbeiter aufzustellen und entsprechend zu kommunizieren. Nur dann kann ein Unternehmen sich als Ganzes verstehen."
"Unsere Wirtschaftsordnung, die soziale Marktwirtschaft, braucht den Wettbewerb. Die Unternehmen müssen ihre Verantwortung erkennen. Mit verfälschtem Wettbewerb sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen."



© 2005