| Datum: | 07.01.2005 |
| Erschienen: | Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf |
| Autor: | Manfred Fischer |
| Inhalt: | Ein Eitorfer Liberaler zur Affäre SCHOELLER |
Ein Eitorfer Liberaler zur Affäre SCHOELLER
Die Entscheidung der Firma Schoeller, sich Mitte 2005 aus Eitorf auch mit der Färberei zurück zu ziehen,
hat natürlich hier für erhebliches Aufsehen gesorgt. Verständlich, wenn man bedenkt, dass dabei 140 Menschen ihren
Arbeitsplatz verlieren werden. Nun lese ich in den Gazetten, unser Bürgermeister solle sich bemühen, die Maßgeblichen
bei Schoeller umzustimmen. Na, da kann ich aber nur staunen! Wie soll er das? Mit lieben Worten? Oder mit falschen Zusagen, die niemand
einhalten kann?
Es mag ja sein oder nicht sein, dass die Umweltbestimmungen (Verunreinigungen des Siegwassers, Schutz der Lachse usw.) mit dazu beigetragen
haben, dass Schoeller weg will. Aber: Ich denke, der Hauptgrund für diese Entscheidung dürfte wohl das Fallen der Textil–Importquoten
sein, was uns noch mehr "Billigtextilien" bescheren wird. Ein weiterer Grund dürfte in dem allgemeinen Trend liegen, auf dem Zug nach
Süden und Osten zu folgen und DORT zu produzieren, wo sich großartige und kostensenkende Möglichkeiten anbieten. Das ist ja
nichts Neues und hat sich nach der Eingliederung der neuen EU–Mitglieder höchstens noch beschleunigt. Diesen Zug nach Süden und
Osten stoppen auch nicht die Phrasen von Patriotismus unserer Genie–Politiker! Kein Unternehmen kann sich heute solche Dinge erlauben, wenn
es weiter existieren will!
Und so frage ich mich allen Ernstes, wie soll da ein kleiner Dorfbürgermeister eingreifen können, wenn es um solch wichtige
betriebswirtschaftliche Fragen geht? Das meiste von Schoeller ist ja schon längst weg! Und das hatte auch die superstarke CDU–Mehrheit
dazumal nicht verhindern können. Und auch nicht mein verstorbener Freund Peter Patt! Und wenn jetzt die Färberei auch noch folgen soll, weil
es ja total sinnlos wäre, Produkte, die im Süden oder Osten gefertigt wurden, zum Färben nach Eitorf und wieder zurück zu
transportieren! Und so wird unserem Bürgermeister kaum etwas anderes übrigbleiben, als zu beobachten, was mit dem riesigen Gelände
und den Hallen von Schoeller geschehen wird. Der Rest ist und bleibt Sache der Geschäftsleitung und der Eigentümer der Firma Schoeller!
Traurig wohl, aber wahr!
Verbleibt uns nur, zu wünschen, dass sich für die Schoeller–Anlage vernünftige und potente Verwerter finden lassen. Bei der
Suche danach kann sich der Bürgermeister vielleicht ein wenig beteiligen. Große Chancen sehe ich da nicht!
Eine für Eitorf trotzdem positive Entwicklung erwartet Ihr
Manfred Fischer
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