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Artikel
Datum:16.04.2004
Erschienen:Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf
Autor:Manfred Fischer
Inhalt:"Deutliche Worte"



Hallo, liebe Freunde des deutlichen Wortes!

Leider habe ich noch nichts Positives gefunden, um Ihr Herz zu erfreuen! Ich suche aber weiter. Vielleicht ist DAS aber positiv: Da hat sich doch vor ein paar Wochen der Oberschlawiner im Weißen Haus herabgelassen, unseren ach so schlauen Bundeskanzler nach 2-jähriger Pause zu empfangen! Und unser Kanzler hat Bush sogar zum Lachen gebracht! Ist das nicht grandios?? Ich hoffe nur – glaube es aber nicht! – dass die beiden sich auch noch mit anderen Dingen befassten! Sonst hätte sich die teure Reise doch wirklich nicht gelohnt. Und so sind wir wieder beim GELD.
Wollte mir doch kürzlich ein „WISSENDER” klarmachen, dass ein Jahresgehalt von Euro 177.184,- doch recht niedrig wäre für einen Bundesminister. Das sind knappe 15.000,- im Monat. Doch schon ganz schön, nicht wahr? Dazu kommen natürlich noch eine Menge anderer Vergünstigungen und Annehmlichkeiten, die AUCH Geld wert sind: Dienstvilla, Dienstwagen, persönliches Personal, Freikarten 1. Klasse zu Kulturveranstaltungen, die Übernahme aller Repräsentationskosten, hohe Pensionen auf Lebenszeit, die berühmte Immunität – es fällt äußerst schwer, die hohen Tiere zu belangen! – und: Die Freistellung von Haftungsverbindlichkeiten! Wer als Kanzler oder Finanzminister z.B. das wirtschaftliche Gleichgewicht außer Acht lässt, oder teure Fehler macht, die die Staatskasse belasten, hat keinerlei persönliche Einbußen zu erwarten! Haftung ist ausgeschlossen! Das ist seit Jahrzehnten die Norm in unserer Republik. Und wer von denen hat schon jemals Konsequenzen gezogen, wenn er einmal mächtig daneben gehauen hat? Mit ist nur EIN FALL bekannt: Superminister Schiller in den 70er Jahren. Man muss sich nur lange genug oben festkrallen, damit die Kasse stimmt. Egal, ob als Kabinettsmitglied oder nur Abgeordneter: Die Hauptsache ist, man macht keine zu tollpatschige Figur vor den Fernsehkameras, damit man auch in die künftigen Schul-Geschichtsbücher kommt! So ist man als Politiker dann gemacht.
Ich bin ja alt genug, um noch zu wissen, wie es damals war, als wir aus dem Nichts wieder anfangen mussten. Da hätte man sicherlich kaum einen der heutigen Politik-Stars in führenden Positionen gebrauchen können! Schauen Sie sich doch die Galerie im Kabinett Schröder einmal genau an: Ich bin jedes Mal wieder auf’s Neue begeistert, wenn ich soviel mangelndes Wissen auf einem Haufen sehe! Und so was führt nun ein 80-Millionen-Volk! Wohin? Wir sehen es ja jeden Tag mehr.
Schade, dass es mal wieder kein fröhlicher Bericht wurde. Und es sieht mir gar nicht danach aus, als ob sich das in den nächsten Wochen ändern würde.
Trotzdem wünsche ich eine fröhliche Woche!

Herzlichst Ihr Manfred Fischer



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