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Artikel
Datum:08.04.2004
Erschienen:Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf
Autor:Dr. Rüdiger Storch
Inhalt:Die B-Frage – Wir machen uns Gedanken



Die B-Frage – Wir machen uns Gedanken

Zu Beginn der B-Frage steht sicherlich das Anforderungsprofil an eine neue Bürgermeisterin, bzw. einen neuen Bürgermeister. Dieses muss sehr genau herausgearbeitet werden. Anschließend gilt es dann, mögliche Kandidaten mit diesem Anforderungsprofil abzugleichen, bzw. nötigenfalls eine(n) eigene(n) Kandidatin, bzw. Kandidaten zu suchen und Ihnen, liebe Wählerinnen und Wähler, zur Wahl zu stellen. Wer neuer Bürgermeister bei uns in Eitorf wird, bestimmen nämlich Sie bei der Kommunalwahl am 26. September 2004! Was sollte also die oder der/die neue Eitorfer Bürgermeister(in) für Eigenschaften und Fähigkeiten idealerweise mitbringen? (Anmerkung vorab: Bislang haben wir "Bürgermeister" immer alternativ in der weiblichen und männlichen Form geschrieben. Um den Text flüssiger lesen zu können, benutzen wir im folgenden nur noch die männliche Form, wohl wissend, dass damit selbstverständlich auch eine Bürgermeisterin gemeint ist.)

  1. Der zu wählende Eitorfer Bürgermeister ist eine gestandene, durchsetzungsstarke Persönlichkeit mit dem Willen und der Fähigkeit zu politischer Führung. Ohne seine politische Herkunft zu verleugnen, steht er über den Eitorfer Parteien. Er hat die Eigenschaft, mit Menschen umzugehen, zu integrieren und Kompromisse zu suchen, ohne dabei sein Rückgrat an der Garderobe abzugeben oder seine generelle Linie aufzugeben.
  2. Der neue Bürgermeister sollte aus der freien Wirtschaft kommen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es auf ein besonderes, gegenseitiges Verständnis von Wirtschaft und Staat an. An der Spitze der Eitorfer Verwaltung muss jemand stehen, der die Abläufe in der freien Wirtschaft und deren Sorgen und Nöte kennt. Nur so können die Örtliche Wirtschaft und unsere Gemeinde zu unser aller Wohl besser verzahnt werden. Ein Kandidat mit ausschließlicher Verwaltungserfahrung ist da sicher nicht die Idealbesetzung. Ein Kandidat gar, der sich nach der Ausbildung nahtlos ins politische System eingegliedert hat, ohne jemals "richtig was geleistet" zu haben, wäre für Eitorf überhaupt nicht wünschenswert. Die vor uns liegenden Herausforderungen verlangen vielmehr einen zielorientierten Gestalter für Eitorf, keinen problemorientierten Verwalter.
  3. Um nicht abgehoben "über den Dingen zu schweben" hat der Bürgermeister in seinem bisherigen Leben die Arbeitswelt auch "von unten" kennen gelernt. Er weiß also um die Befindlichkeiten des sogenannten "kleinen Mannes". Und er weiß, dass dem "kleinen Mann" nicht mehr zu vermitteln ist, warum der Lohn für ehrliche Arbeit oftmals kaum höher als die "Stütze" ausfällt.
  4. Selbstverständlich muss der Bürgermeister eine rasche Auffassungsgabe und Fachwissen aus vielen Disziplinen mitbringen, um den Überblick in seiner Gemeinde und seiner Verwaltung behalten zu können. Auch komplexe Zusammenhänge auf wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Gebieten muss der Bürgermeister verstehen und kritisch hinterfragen, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Deshalb weiß der Bürgermeister mit solchen Begriffen wie z.B. Teilkosten- und Vollkostenrechnung, Deckungsbeitrag, Liquiditäts- und Rentabilitätsrechnung, Break-Even-Point und Zinsstruktur etwas anzufangen; er kann ebenso selbstverständlich in juristischen Kategorien denken und einen gegebenen Sachverhalt sofort von der rechtlichen Seite aus betrachten; und er kann technische Zusammenhänge verstehen und beurteilen.
  5. Weiterhin sollte der neue Bürgermeister Erfahrungen in der Jugendarbeit gesammelt haben, um die Probleme dieser Altersgruppe erkennen und verstehen zu können. Nur wer Einblicke in dieses gesellschaftspolitische Aufgabenfeld hat, kann wirksam an Lösungsansätzen mitarbeiten.
  6. Schließlich ist es überlegenswert, einen neuen Bürgermeister zu wählen, der nicht aus Eitorf kommt. Ein(e) nicht von hier stammende(r) Mann, bzw. Frau könnte unbefangener agieren. Das hätte Vorteile für uns alle. Andererseits wären gewisse Hintergrundkenntnisse über die politische Situation in Eitorf auch nicht gerade hinderlich.

Zusammenfassend stellen wir fest, dass die oder der Bewerber für das Bürgermeisteramt einiges mitbringen muss. Doch für uns ist das nicht mehr als recht und billig; denn wir meinen: Für Eitorf ist die oder der BESTE sicher gerade gut genug! Und um die oder den beste(n) für Eitorf wählen zu können, ist ein breiter Wettbewerb von Spitzenkandidatinnen und -kandidaten für das Bürgermeisteramt notwendig. Wir warten gespannt, wen die anderen Eitorfer Parteien ins Rennen schicken werden. Wir als FDP werden das Kandidatenkarussell zu gegebener Zeit bereichern.

Mit liberalen Grüßen,
Ihr Rüdiger Storch



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