| Datum: | 05.03.2004 |
| Erschienen: | Amtliches Mitteilungsblatt der Gemeinde Eitorf |
| Autor: | Dr. Rüdiger Storch |
| Inhalt: | Wir stellen vor: Silvana Koch-Mehrin, die Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl |
Wir stellen vor: Silvana Koch-Mehrin, die Spitzenkandidatin der FDP für die Europawahl
"33 Jahre alt, intelligent, überaus ansehnlich", schreibt die Süddeutsche Zeitung. "Das Alter stimmt,
den Rest sollen andere bewerten", kommentiert die FDP-Spitzenkandidatin zur Europawahl. "Die Powerfrau", überschreibt die
Rhein-Neckar-Zeitung ein Interview mit ihr. "Es ist gut, wenn man wahrgenommen wird, weil jüngere Frauen immer noch die Ausnahme in der Politik
sind", sagt sie dazu. Mit Beginn des Superwahljahres 2004 steht für die FDP ein frisches Gesicht auf der politischen Bühne.
Ihren ersten großen Auftritt hatte Silvana Koch-Mehrin beim liberalen Dreikönigstreffen in Stuttgart. In einer starken Grundsatzrede
bekannte sie sich zu ihrer Leidenschaft für Europa. Sie erzählte von ihrem Leben in Brüssel, von ihrem irischen Lebensgefährten
James und ihrer kleinen Tochter mit dem tschechischen Namen Mila, von ihrer täglichen Erfahrung, dass Europa nicht nur aus einem
Haufen von Behörden besteht, sondern vor allem aus Menschen, die gemeinsam ihr Zusammenleben in die Hand nehmen wollen.
Ihre Art, für Europa als Lebensgefühl zu werben, kommt an bei den Zuhörern im Stuttgarter Staatstheater. "Die weiß,
wovon sie spricht", sagt einer aus dem Publikum, und seine Nachbarin nickt zustimmend und klatscht.
Ihre Doktorarbeit hat Silvana Koch-Mehrin über den ersten europäischen Währungsverbund, die "Lateinische Münz-Union von
1865 bis 1927" verfasst.
"Der Verbund scheiterte, weil die sechs Mitgliedstaaten nur ein Abkommen hatten, das nicht überwacht wurde; das verlockte zu Verstößen
gegen die Geldwertstabilität aus vermeintlich guten Gründen, ganz ähnlich wie auch heute die Maastricht-Verstöße gerechtfertigt
werden", zeigt Silvana Koch-Mehrin eine historische Parallele auf, die ihren Einsatz für die strikte Einhaltung der
Euro-Stabilitätskriterien unterstützt.
Am Abend des Europatags in Saarbrücken laufen Bilder von Silvana Koch-Mehrin durch die Abendnachrichten der großen Sender. Mit rund 92
Prozent der Stimmen wird sie zur Spitzenkandidatin für die Europawahl am 13. Juni gewählt. "Der Anfang ist gemacht",
sagt ein Delegierter, "ich glaube, dass wir's schaffen." Silvana Koch-Mehrins Arbeitsort bleibt Brüssel, aber wohnen wird sie
für die Zeit des Wahlkampfs voraussichtlich in Köln.
Denn dort kann ihre kleine Tochter am leichtesten von der Großmama versorgt werden, wenn Mama Silvana durch Deutschland tourt und
Papa James als Anwalt arbeitet. Ein solides Familienleben ist für Silvana Koch-Mehrin sehr wichtig. "Probleme relativieren sich
dadurch, man wird tatsächlich bodenständiger", erzählte sie kürzlich der Bild am Sonntag, und dem Focus beantwortete
sie die Frage, wem sie einen Orden verleihen würde, mit dem Satz: "Meinen Großeltern, 91 und 94 Jahre alt, für unverwüstliche
Lebensfreude." Die hat sie offenbart geerbt.
Mit liberalen Grüßen,
Ihr Rüdiger Storch
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